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Messemanagement, Eventmanagement, Hotelmanagement und Teilnehmermanagement - Heidler Kommunikationssysteme GmbH
01.06.2013 / Kategorie: Presse

Besucher in den Bann ziehen

Weniger Materialschlachten, mehr virtuelle Welten, weniger Produktschau, mehr Erlebnis. Die Veranstaltungsbranche ist im Wandel. Messe- und Event-Unternehmen aus der Region berichten, wie sie und die Branche sich entwickeln (Quelle: Hessische Wirtschaft, IHK Wiesbaden)


„Überfrachtete Messestände sind out“, stellt Norbert Merz fest, Geschäftsführer der Isinger + Merz GmbH. Je mehr und je lauter, desto besser – dieses Motto hat sich überholt, beobachtet das Wiesbadener Familienunternehmen, das seit 1977 im Messegeschäft tätig ist und inzwischen 52 feste Mitarbeiter aus 22 Berufen beschäftigt. Zudem verändern neue Materialien und Techniken die Stände selbst: „Ergänzt durch Monitore und iPad werden neue Leistungen und Produkte Just in Time am Stand präsentiert“, sagt Merz. Auch schlankere Lichtkörper mit LED-Licht kommen immer häufiger zum Einsatz, ebenso wie Digitaldrucke auf Gewebe, was den Messestand – mit passendem Licht dahinter – zu einem Bilderlebnis macht. Mit LED-Licht konzipierten die Wiesbadener kürzlich zum Beispiel eine neue Messetheke für das Statistische Bundesamt: im ellipsenförmigen Stil, mit innen liegenden Lichtsträngen.

Die Zukunft seines Unternehmens sieht Merz in Angeboten aus einer Hand. In dieser Form unterstützen die Wiesbadener zum Beispiel die Messe- und Kongressauftritte der Bankengruppe KfW – von der Planung des Konzepts über die bauliche Umsetzung bis hin zur Lagerung und Logistik für das Material. Auch das Handling der Werbemittel, die Hostessbuchung und das Messe-Catering übernimmt das Familienunternehmen. Im Messebau immer mehr gefragt seien modular aufbaute Systeme, die man mehrfach verwenden kann, berichtet Merz. Ihr Kern besteht aus Aluminium-Elementen und ihre Außenseite kann – von Messe zu Messe – individuell gestaltet werden. Das schont das Budget und die Umwelt – so wird es immer seltener, dass komplette Messestände im Müll landen.

„Den Messestand zur Erlebniswelt machen“

Auch die Expotechnik Group setzt schon seit vielen Jahren auf wieder verwendbare Systeme und Plattformen, die sie dann auf die Kunden zuschneidet. Allerdings seien auch nach wie vor eigens angefertigte Stände gefragt, etwa bei den großen Autobauern, stellt das internationale Messeunternehmen mit Sitz in Taunusstein fest, das mit neun eigenständigen Tochtergesellschaften und insgesamt 500 festen und freien Mitarbeitern jährlich weltweit 1.500 Projekte realisiert. Dabei beobachtet das Unternehmen auch, dass es den Kunden immer wichtiger wird, ihre Messestände zu Erlebniswelten zu machen. „Die Produkte stehen nach wie vor im Fokus“, sagt Patrick Soschinski, einer der beiden Group Presidents der Expotechnik, „aber man versucht immer stärker, einen Zusatznutzen zu bieten, den Besucher in den Bann der Marke zu ziehen.“

So entwickelten die Taunussteiner für die Fraunhofer-Gesellschaft ein Standkonzept, das die Stadt der Zukunft erlebbar macht – inklusive Vogelgezwitscher und Wasserwänden. Präsentiert wurde die Vision bei der diesjährigen Cebit in Hannover. Dabei zeigte sich auch, wie stark die Digitalisierung inzwischen die Veranstaltungsbranche prägt – Expotechnik entwickelte den Messestand passend zu den zahlreichen interaktiven Möglichkeiten, welche die Stadt der Zukunft bieten soll, beispielsweise das Öffnen der Haustür mittels eines QR-Codes. „Reale und mediale Welt vernetzen sich immer stärker“, stellt Soschinski fest, das zeige sich auch darin, wie sich die Unternehmen nach außen präsentieren: „Für viele Besucher sind Tablet-PC und iPhone tägliche Begleiter, das wollen sie dann natürlich auch am Messestand haben.“

Dabei werde der Messeauftritt immer stringenter geplant und konsequent auf die Kommunikationsstrategie des Unternehmens zugeschnitten. „Auch kleinere Projekte müssen skalierbar sein, in ein einheitliches Qualitätsschema passen.“ Für den Messeauftritt sei es wichtig, sich zu fokussieren und herauszustellen, was das Unternehmen einzigartig macht. „Der Messeraum ist eine sehr wettbewerbsintensive Umgebung, hier ist es wichtig, sich abzuheben.“ Auch die nach innen gerichtete Kommunikation bei einer Messe sei nicht zu unterschätzen. Schließlich sei diese ein gutes Instrument, die Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden. „Wir denken für einige unserer Kunden derzeit über Markenerlebniswelten nach, um die Marke an deren Kunden, aber auch an die eigenen Mitarbeiter zu kommunizieren.“ Ebenso seien Roadshows auf dem Vormarsch, aber auch Hausmessen, welche die Auftritte auf den großen Branchenmessen ergänzen – oder teilweise sogar ersetzen.


Elektronische Türschilder für die Messebesprechung

Das stellt auch Marcus Heidler fest, Geschäftsführer der Heidler Kommunikationssysteme GmbH in Hünstetten, die sich auf die Kommunikationsinfrastruktur von Messen, Events und Ausstellungen spezialisiert hat. „Messebudgets gehören zum ersten, was zurückgefahren wird, wenn es Konjunkturdellen gibt.“ So entschieden sich einige Aussteller inzwischen, Hausmessen zu veranstalten und sich sonst auf eine Leitmesse ihrer Branche zu konzentrieren. Dabei werden die Anforderungen der Aussteller an die Kommunikation immer komplexer, beobachtet Heidler. Als das Unternehmen 1992 gegründet wurde, bestand das Kerngeschäft noch aus der Vermietung von Telefonen und Rufanlagen, mit denen sich Standmitarbeiter bei Messen und Veranstaltungen anfunken konnten. Zeitweise hielt das Unternehmen bis zu 1.500 Handyverträge, die dann an die Aussteller vermietet wurden. Inzwischen nutzen die Aussteller mehr Telefonanschlüsse übers Internet, PC und Laptops sind stärker im Einsatz. Kiosksysteme, Multimediasäulen und Digital Signage, elektronische Schilder, sind hinzugekommen.

Letztere stellen die Hünstettener zum Beispiel für einen Messestand des Baumaschinenherstellers Liebherr bereit, der zwei Gebäudeteile mit jeweils drei Stockwerken und knapp 60 Besprechungsräumen umfasst. Dafür hat Heidler ein Raum- und Terminmodul mit elektronischen Türschildern entwickelt, sodass die Standmitarbeiter ihre Kundengespräche per Mausklick abstimmen können. Die Entwicklungen aus Hünstetten nutzt zum Beispiel auch Tetra Pak: Zur Anuga FoodTec koordinierte das weltweit agierende Verpackungsunternehmen die Hotelbuchungen aus seinen 55 Landesgesellschaften über die Software des Unternehmens, das in Hünstetten 15 Mitarbeiter beschäftigt. Mehr als 6.000 Übernachtungen seien auf diese Weise abgewickelt worden. Auch fürs Catering werden inzwischen elektronische Lösungen genutzt, berichtet Marcus Heidler: Für BMW nutzte entwickelte sein Unternehmen ein Modul, das den Standmitarbeitern des Autobauers auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA das Drehkreuz in den Cateringbereich öffnet, Bons ausgibt und das Verzehrte direkt über die passende Kostenstelle abrechnet. „Die Anforderungen werden immer vielfältiger – wichtig ist es, immer passend darauf zu reagieren“, sagt Heidler.


Wiesbadener Agentur rollt roten Teppich für König Willem aus

Die Veranstaltungsbranche ist flexibel – „Wendigkeit und interdisziplinäres Arbeiten zeichnen uns aus“, sagt auch Lothar Pohl, einer der beiden Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Palast Promotion mit Sitz in Wiesbaden. „Es gibt schließlich keine Schubladen, aus denen man ein fertiges Event ziehen kann“, ergänzt Mitgesellschafter Michael Stein. Die Agentur passt ihr Angebot an und übernimmt mit ihren 16 festen und gut 50 freien Mitarbeitern inzwischen das komplette Veranstaltungsgeschäft – „wir wählen den Ort, beauftragen die passenden Künstler, organisieren Personal und Catering, kümmern uns um Administration und Budget-Monitoring, sorgen für Ausstattung, Dekoration, Technik, Logistik und Aufbau“, zählt Stein auf.

In diesem Jahr gestalte das Unternehmen zum Beispiel den kompletten Hessen-Wahlkampf für Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel, ebenso mischen die Wiesbadener – auf Veranstaltungs-Ebene – beim Bundestagswahlkampf mit. Auch wenn das Königspaar der Niederlande Anfang Juni nach Hessen kommt, ist die Agentur verantwortlich dafür, dass beim Firmenbesuch bei Diehl Aerospace die Bühne steht und der rote Teppich genau an der Stelle ausgerollt wird, die das Protokoll vorgibt. Wachstumsmöglichkeiten sieht die internationale Veranstaltungsagentur vor allem im Bereich Eventmarketing: „Die klassische Werbung hat sich verändert – immer mehr Unternehmen vermarkten sich über Erlebnisse“, sagt Stein und nennt als Beispiel die Getränkemarke Red Bull, die zuletzt über den Weltraumsprung von Felix Baumgartner für weltweite Aufmerksamkeit für ihren Energy-Drink sorgte. Die Etats für Eventmarketing wachsen, stellt Stein fest, „letztlich kann man mit Events Produkte besser erklärbar machen oder anders aufbereiten“ – ob es darum gehe, ein Auto zu erleben oder ein Versicherungsprodukt besser greifbar zu machen. Dabei achteten die Unternehmen aber inzwischen genau darauf, in welcher Art und Weise sie sich präsentieren, so Stein. Nach den jüngsten Medienberichten über Exzesse in bestimmten Unternehmen sei die Feierlaune etwas gedämpft. „Früher wurde nach Tagesveranstaltungen abends oft noch richtig Party gemacht“, sagt Stein, „inzwischen schaut man genau, wie viel Geld pro Gast ausgegeben wird.“ Von gedämpfter Feierlaune spürt Wulf Issinger eher am Rande etwas: „Bei internen Veranstaltungen großer Konzerne hören wir gelegentlich schon mal: ‚Das darf aber nicht zu groß werden‘“. Stärker nimmt der Geschäftsführer der schoko pro GmbH aber die Tendenz wahr, „dass das Thema Ausschreibungen immer exzessiver betrieben wird“. So werde inzwischen fast jede Veranstaltung ausgeschrieben, „der Aufwand für uns wird dadurch immer größer“. Das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden hat sich auf Veranstaltungstechnik spezialisiert und beschäftigt 50 feste Mitarbeiter. Als Trend für die Branche sieht Issinger die Themen Bewegung und Interaktivität. „Die Inszenierungen werden immer multimedialer, die Leute wollen in das Geschehen eingreifen.“ Als Beispiel nennt Issinger die interaktive Bühne bei der „Global brand conference“ von Adidas, bei der die Wiesbadener für die technische Umsetzung sorgten: Dort wurden mit jedem Schritt auf der Bühnenfläche Aktionen ausgelöst. In der Bühnentechnik sieht Issinger enormes Wachstumspotenzial – „hier haben wir in den vergangenen Jahren auch massiv investiert“. Auch das internationale Geschäft wachse – „schließlich agieren auch die Konzerne immer globaler“. Die Veranstaltungsbranche ist nun mal ein guter Spiegel der Gesamtwirtschaft.

Text: Melanie Dietz, IHK Wiesbaden


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